Profi-Radsport

McQuaid will Streit mit der Tour beenden

Neue Rennserie von ASO und UCI ab 2011?

18.08.2008 - Peking (dpa/sid/rsn) - Der Radsport-Weltverband UCI und die Tour-Organisation ASO wollen offenbar ihren jahrelangen Streit beilegen. Ein Gespräch von UCI-Chef Pat McQuaid mit dem ASO-Besitzer, der Amaury-Gruppe, habe unter Vermittlung des französischen IOC-Mitglieds Jean-Claude Killy eine einvernehmliche Einigung gebracht, sagte McQuaid in Peking. Spätestens 2011, wenn ein neues UCI-System mit neuen Ranglisten für Rennen, Fahrer und Teams geschaffen wird, sollen die abtrünnigen Rennorganisatoren in den Schoß des Dachverbandes zurück finden. Dann soll der jetzige ProTour-Rennkalender in Einklang mit den unter anderem von der ASO veranstalten Radsport-Highlights wie die Tour de France, Lüttich-Bastogne-Lüttich oder Paris-Roubaix gebracht werden. Die Ergebnisse all dieser Rennen sollen dann in ein neues Ranking einfließen, aus dem die besten 17 Mannschaften automatisch die Tour-Starterlaubnis erhalten.

«Das Gespräch unter dem Dach des IOC fand in Harmonie statt und ich hoffe, dass der jahrelange Streit beigelegt werden kann. Diese Harmonie ist der Schlüssel zur Lösung der Probleme», sagte McQuaid. Allerdings muss die durch die ASO entmachtete UCI den Status quo zumindest bis Ende 2010 akzeptieren. Bis zum Saisonende in zwei Jahren hatte die mächtige ASO mit den Teams Verträge, die ihre Rennen betreffen, abgeschlossen. Darin waren vor allem Einladungskriterien und Vermarktungsrechte geregelt. Den Vereinbarungen hatten sich auch die Veranstalter des Giro d`Italia und der Vuelta angeschlossen.

«Diese Regelungen werden von uns akzeptiert, aber ich hoffe, es gibt von den Veranstaltern noch vor 2011 ein Einlenken. Sponsoren, Teams und Organisatoren wollen einen Regulator wie die UCI», erklärte McQuaid, dem die ASO unter anderem Versagen im Anti-Dopingkampf vorgeworfen hatte.

Im März hatte sich die ASO mit dem Traditionsrennen Paris-Nizza von der UCI losgelöst. Diese Entwicklung fand bei der Tour de France ihren Höhepunkt, die zum ersten Mal nicht unter UCI-Hoheit stattfand und die Dopingkontrollen durch die französische Anti-Dopingagentur vornehmen ließ. Die Ergebnisse der Gespräche mit der Amaury-Gruppe sollen auf dem nächsten UCI-Kongress im September bei der WM im italienischen Varese vertraglich fixiert werden, teilte McQuaid mit.