Profi-Radsport

Gedopte Moreno sagt vor der Polizei aus

15.08.2008 - Madrid (dpa) - Die Radsportlerin Maria Isabel Moreno, die bei den Olympischen Spielen in Peking als erste Athletin des Dopings überführt worden war, hat in Spanien vor der Polizei ausgesagt.

Wie aus dem Umkreis der Spanierin verlautete, wurde Moreno in Lérida im Beisein ihres Anwalts als Zeugin vernommen. Über den Inhalt der Aussage wurde nichts bekannt.

Moreno teilte auf ihrer Internetseite mit, dass sie zum Dopingfall vorerst keine Erklärungen abgeben werde. Sie habe die Sache in die Hände ihrer Anwälte gelegt. Bei der Aussage vor der Polizei dürfte es um die Frage gegangen sei, von wem die Radsportlerin das Blutdopingmittel EPO erhalten hatte.

Die spanische Regierung hatte Moreno aufgefordert, die Namen der Hintermänner zu nennen, damit diese strafrechtlich belangt werden können. Nach dem spanischen Anti-Doping-Gesetz können nur die Ärzte oder Trainer vor Gericht gestellt werden, die einen Sportler zur Einnahme unerlaubter Mittel bewegt haben. Moreno droht eine Wettkampfsperre von zwei Jahren, aber keine Strafe durch die Justiz.

Die Radsportlerin war nach einer Dopingkontrolle am 31. Juli in Peking überstürzt nach Spanien zurückgekehrt, ohne das Ergebnis abzuwarten. Nachdem der Test einen positiven Befund erbracht hatte, kündigten sowohl die Sparkasse Multicaja als auch die Regierung der Region Aragón ihre Sponsorenverträge mit der Sportlerin.